Mutterschaft Kleinkinder Babies

Mutterschaft - Wenn Frauen zu Müttern werden

Einst fragte eine Tochter ihre Mutter um die Erfahrungen der Mutterschaft. Es schien eine einfache Frage zu sein, aber die Antwort war lang. Ist das Kind erst einmal auf der Welt, weichen die in der Schwangerschaft gewohnten, umsorgenden Blicke all zu oft besserwisserischen oder gar hämischen, kompetenzanzweifelnden Bemerkungen:

  • „Sie kann ihr Kind nicht beruhigen, wenn es schreit! Sie scheint nicht zu verstehen was es braucht!“
  • "Sie zieht es zu warm an! Sie füttert es mit Fertigbrei, statt frisches Gemüse zuzubereiten!"
  • "Warum kümmert sie sich zu wenig um ihr Kind? Sieht sie denn nicht, dass das Baby hungrig oder durstig ist?"
  • "Warum ist sie so überfürsorglich?"
  • "Warum ist sie unzufrieden, wenn sie doch ein gesundes Kind zur Welt gebracht hat?"


Gruppe für Mütter von Kleinkindern im Alter von 0 bis 4 Jahren

BUCHEN


Die Liste an Vorwürfen und mehr oder weniger gut gemeinten Ratschlägen ließe sich endlos weiterführen, ist doch jede junge Mutter damit konfrontiert. Gleichzeitig hat die junge Mutter ihre eigenen Themen mit denen sie sich zurechtfinden muss, denn spätestens mit der Schwangerschaft beginnt eine aktive Beschäftigung mit dem Thema der Mutterschaft und somit mit der neuen Identität als Mama und Frau. Fragen und Zweifel um die eigene Fähigkeit des Mutterseins beschäftigt die Frau von nun an ein Leben lang:
  • Verstehe ich mein Baby? Wieso kann ich mein Baby nicht verstehen? Wieso fühle ich nicht was mein Kind braucht und will? Was, wenn meine Intuition falsch ist?
  • Mein Kind verhält sich nicht so, wie ich es erwartet hätte, was soll ich nun tun? Wie werde ich dennoch zur perfekten Mutter und was macht so eine Mutter aus?
  • Wie bekomme ich ein Schlaf- und Essensregime zustande? Wie lange muss ich mein Baby stillen? Wann darf ich mein Kind in den Kindergarten geben ohne seiner Entwicklung zu schaden? Wieso wissen das die anderen und ich nicht?
  • Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich merke, dass mein Baby mich in die Verzweiflung treibt, ich nicht alle Bedürfnisse meines Kindes sofort erfüllen kann, ich vor Müdigkeit kaum noch stehen kann, mich manchmal einsam und überfordert fühle?
  • Was beeinflusst mein Kind? Wie soll ich es erziehen? Was soll ich tun? Was soll ich lassen? Darf ich mein Kind auch einmal alleine in einem anderen Raum lassen?
  • Mein Kind wirft gerne Sachen durch die Gegend, ist es gestört? Ist mein Kind hyperaktiv, wenn es nicht still im Kinderwagen sitzen möchte?
  • Wie wirkt sich eine postnatale Depression auf die Entwicklung meines Kindes aus?
  • Wie sehr soll ich auf meine Eltern hören? Muss ich ständig nur über mein Kind sprechen? Mache ich mir zu wenige Gedanken um mein Kind? Mache ich mir zu viele Gedanken um mein Kind?
  • Ich habe keine Lust auf Sexualität und Zweisamkeit, obwohl ich nie so werden wollte wie andere Mütter, die nur noch über ihr Kind sprechen, kann ich jetzt nicht anders. Bin ich eine schlechte Partnerin? Verliere ich durch mein Verhalten meinen Partner?
  • Was genau ist die Aufgabe des Vaters?
  • Ich vermisse meine Freiheit, darf ich das? Darf ich mich für einige Stunden ohne Baby mit meinen Freunden treffen?
Die Einheit der Mutter mit dem Neugeborenen wird von vielen Frauen als außerordentlich beglückend empfunden, ist aber auch mit einem Verlust an Eigenständigkeit verbunden. Die frühe Mutterschaft kann als eine Art konstruktive Krise verstanden werden, da das Mutterdasein die Frauen ähnlich wie kritische Lebensereignisse dazu zwingt, von alten Gewohnheiten abzulassen und sich neu oder anders zu definieren. Nicht selten beobachten Frauen eine Veränderung der eigenen Persönlichkeit, welche zunächst zu Verwirrung führen kann.

Das Neugeborene fordert die volle Aufmerksamkeit, zu jeder Tages-und Nachtzeit, egal ob die Mutter schläft, müde ist, unter der Dusche steht, telefoniert oder kocht. Schlafmangel, eine Reduktion zuvor ausgeschütteter Hormone und der Verlust der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit führen in vielen Fällen zu Frustration und Einsamkeit. Abgeschottet in einer Wohnung, vollkommen auf sich selbst gestellt oder in anderen Fällen, abhängig von der eigenen Mutter oder Schwiegermutter, bleibt wenig übrig von der einst so idealisierten Vorstellung einer glücklichen Familie. Wut und Ärger auf das Baby und/oder den Partner können sich breit machen und zu Streit, Auseinandersetzungen und dem Gefühl des Missverstanden-Werdens führen.

Von der modernen Frau von Heute wird viel erwartet. Sie soll eine gute Mutter, eine unabhängig im Leben stehende Karrierefrau und eine attraktive Liebhaberin sein. Mit der Geburt wird aus der partnerschaftlichen Dyade eine Triade. Möglicherweise fühlt sich der Partner vernachlässigt da ihm seine Partnerin nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lässt oder es schleichen sich Schuldgefühle dem Partner gegenüber ein, weil genau diese ungeteilte Aufmerksamkeit nicht mehr gegeben werden kann. Nicht mangelnde Liebe, sondern vielmehr Überforderung, Übermüdung und Frustration sind in vielen Fällen Auslöser beginnender Schwierigkeiten in der Partnerschaft. Die junge Mutter wird mit dem Gefühl nicht mehr das Leben führen zu können das einst geplant und erhofft, für das gekämpft und ausgebildet wurde konfrontiert. Es schleicht sich eine Angst ein, nämlich jene, nicht mehr in der Lage zu sein den beruflich Zielen gerecht zu werden, für die in früheren Jahren gelernt und gearbeitet wurde. Das Bedürfnis wieder zurück zu kehren an die gewohnte und vielleicht auch geliebte Arbeitsstelle, einen Abend mit Freundinnen zu verbringen oder einfach einmal wieder alleine vor dem Fernseher abzuhängen, lösen Konflikte aus oder auch das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein.

Viele Fragen über den Umgang mit dem Kind aber auch Fragen in Bezug zur Partnerschaft oder der Rückkehr in den Beruf beschäftigen junge Mütter. Tiefsitzende Konflikte und Ambivalenzen treten auf, ohne dass wir die Ursache dafür verstehen. Viele frischgebackene Mütter haben sodann den Eindruck in einem Leben zu stehen, mit dem sie in der einen oder anderen Form nicht mehr zurecht kommen.

Unser Seminar soll frischgewordenen Müttern dabei helfen, sich mit Fragen und Problemen auseinander setzten zu dürfen, die keiner gesellschaftlichen Norm unterliegen. Fragen die sonst nicht gestellt werden dürfen oder nicht beantwortet werden können.
Unser Seminar soll frischgewordenen Müttern dabei helfen, sich mit Fragen und Problemen auseinander setzten zu dürfen, die keiner gesellschaftlichen Norm unterliegen. Fragen die sonst nicht gestellt werden dürfen oder nicht beantwortet werden können.
Wir bieten einen Raum für eine tabulose Auseinandersetzung mit dem Thema Mutterschaft von Kleinkindern und allen sich damit ergebenden Fragen, Ängsten und Problemen. In diesem Seminar haben junge Mütter die Möglichkeit der gegenseitigen Unterstützung, denn was für die eine Mutter gut ist, kann, muss aber nicht, gut für die Andere sein. Wir helfen Lösungen, Kompromisse und Strategien zu entwickeln sowie unbewusste Einflussfaktoren bewusst werden zu lassen. Dieses Seminar richtet sich an all jene Mütter von Kleinkindern, die sich diesen oder ähnlichen Fragen in einem sicheren Umfeld mit anderen Müttern von Kleinkindern auseinander setzen wollen und dabei auf eine kompetente Unterstützung nicht verzichten möchten.
Inhaltsübersicht
  • Gute Mutter
  • Bedürfnisse des Säuglings
  • Eigene Wünsche
  • Weiblichkeit
  • Karriere
  • Sexualität
  • Soziales Leben
  • Beziehung und Familie
  • Ansprüche der Gesellschaft