Vaterschaft Kleinkinder Babies

Ein Baby – Glück und Harmonie als Anspruch oder Wirklichkeit?

Die ersten Tage nach der Geburt sind vorbei, der Hormonhaushalt der Frau pendelt sich wieder ein, die Familie hat sich um ein Mitglied erweitert. Vorbei sind Unabhängigkeit und Spontanität, vorbei die Ruhe und gewohnte Zweisamkeit. Im Gegenteil, die gesamte Aufmerksamkeit liegt nun voll und ganz beim Baby. Müdigkeit und Überforderung mit der noch ungewohnten Situation machen sich bemerkbar. Viele Frauen und Männer erleben ihre neue Situation als einschränkend und überfordernd. Nur dürfen sie darüber sprechen? Wie geht es den Männern und Frauen in ihrer neuen Rolle als Väter und Mütter? Und was genau bedeutet ein Kind für die Paar-Beziehung?

Inhaltsübersicht
  • Elternschaft
  • Veränderung des Alltags
  • Individuelle Wünsche und Phantasien
  • Bedürfnisse des Geschwisterkindes
  • Rollenverteilung
  • Einfühlung vs. Verzweiflung
  • Sexualität
  • Soziales Leben
  • Beziehung und Familie
  • Ansprüche der Gesellschaft

  • Wie können wir dem Baby einen möglichst perfekten Start ins Leben bieten?
  • Sind wir schlechte Eltern?
  • Was machen wir falsch, wenn wir unser Kind nicht beruhigen können, wenn wir nicht verstehen, was unser Baby uns sagen will?
  • Wie soll es bei all den schlaflosen Nächten mit unserer Beziehung weitergehen?
  • Wie sollen wir mit den unvermeidlichen Gefühlen der Wut und der Angst umgehen?
  • Ist es legitim die eigenen Eltern möglichst weit aus der neuen Familie rauszuhalten oder auf der anderen Seite Forderungen an sie zu stellen?
  • Wir sind nicht mehr zusammen, können wir trotzdem gute Eltern sein?

Es entstehen Herausforderungen, die Eltern manchmal an den Rand der Verzweiflung treiben, obwohl sie versuchen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten auf die Bedürfnisse ihres Babys einzugehen und dennoch nicht in der Lage sind, die Situation zu beruhigen oder mit eigenen Schwierigkeiten und Ängsten richtig umzugehen. Ein Kind verändert wie kaum etwas Anderes unser tägliches Leben, auch wenn wir noch so gut vorbereitet sind, unzählige Bücher über den Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern gelesen und uns mit anderen Eltern ausgetauscht haben. Alle frischgebackenen Eltern stehen vor einer vollkommen neuen Situation. Auch längst vergessen geglaubten Erfahrungen tauchen plötzlich wieder auf und die jungen Eltern sind ständig mit den unterschiedlichsten Fragen und Unsicherheiten konfrontiert.
Unsere moderne Gesellschaft bietet viel an Neuerungen und Entwicklung doch gleichzeitig haben wir uns weit entfernt von dem tief in uns innewohnenden Wissen in Hinsicht auf den Umgang mit Babys und Kleinkindern, welches den Urvölker selbstverständlich und vertraut war.
Wir wollen doch nur das Beste für unser Baby. Dem Nachwuchs soll es einmal besser gehen als uns und welche Eltern wünschen sich nicht ein perfektes Leben ohne Sorgen und Ängste für ihr Kind? Nur wie ist das zu bewerkstelligen? Was passiert mit den eigenen Bedürfnissen und was mit der Partnerschaft? Was mit dem Beruf und der ersehnten beruflichen Verwirklichung sowohl des Mannes als auch der Frau?
Die Verbundenheit der nunmehr gewordenen Eltern scheint plötzlich eine andere zu sein. Verantwortung, Sorgen und Probleme müssen gemeinsam bewältigt werden und die Beziehung kann nicht mehr so einfach gelöst werden wie zuvor, auch getrennte oder geschiedene Eltern bleiben für immer Eltern.
Längst bewältigt geglaubte Probleme tauchen auf und so verstehen wir manchmal nicht, warum wir gereizt reagieren, plötzlich wütend oder traurig werden auch wenn es sich scheinbar nur um eine Kleinigkeit handelt.
Junge Eltern sind mit ihren Sorgen, Ängsten und Fragen in vielen Fällen alleingelassen. Moralische Vorstellungen lassen es nicht zu, wütend oder enttäuscht zu sein. Im Gegenteil, der gesellschaftliche oder familiäre Druck froh und glücklich, zufrieden und dankbar über das neue Glück zu sein ist enorm.
Im Rahmen des Seminars für Eltern von Säuglingen und Kleinkindern soll ein Raum geschaffen werden, der es den Eltern ermöglicht genauer hinzusehen, sich von Altlasten zu befreien sowie Ängste, Wünsche und Phantasien tabufrei zu äußern, so dass ein möglichst balastfreier Raum für das Neue geschaffen werden kann.