Workshop_Beziehungsprobleme

Die Heilige und die Hure - Zur Dualität von Beziehungen

Die Heilige und die Hure ist ein wohl provokanter Titel, wenn es um Beziehungen und Beziehungsarbeit geht. Gewisse Beziehungsthemen unterliegen häufig dem individuellen, familiären oder gesellschaftlichen Tabu. Die Suche nach den Antworten im Hinblick auf Beziehungsleben, Beziehungserleben und Beziehungswünsche beschäftigt viele Männer und Frauen und das unabhängig davon ob sie sich aktuell in einer Beziehung befinden oder nicht. Dieser Beziehungsworkshop bietet unter anderem eine ehrliche und offene Auseinandersetzung mit allfälligen Fragen an:

Inhaltsübersicht
  • Wofür Beziehung
  • Ein Koffer voller Beziehungserfahrungen
  • Vereinbarkeit von Liebe und Leidenschaft
  • Im Schlafzimmer sind immer mehr als zwei Personen
  • Lösungsstrategien

  • Was ist Beziehung überhaupt und soll ich mir wirklich eine Beziehung „antun“?
  • Was wenn ich (schon wieder) an den falschen Beziehungspartner oder die falsche Beziehungspartnerin gerate?
  • Soll ich bei meinem Partner oder meiner Partnerin bleiben?
  • Darf ich mir eine vermeintliche Hure als Partner oder Partnerin suchen?
  • Darf ich mich in einer Partnerschaft vollkommen ungeniert zeigen – mit allen Wünschen, Phantasien, Schwächen und Stärken?
  • Muss ich einer Beziehung nur die Heilige oder nur die Hure, nur der sensible Mann oder nur der harte Cowboy sein?
  • Wieso verliere ich nach einiger Zeit das Interesse?
  • Wieso beginnt mich meine Partnerin zu ekeln?
  • Ich liebe meinen Partner, aber...
Es geht um die Dualität und Ambivalenz der Menschen, die sich in laufenden, vergangenen und potentiell zukünftigen Beziehungen zeigt. Es geht um die eigene innere Gespaltenheit zwischen Verruchtheit und Reinheit, zwischen Sensibilität und Egoismus und das in Hinblick auf Mann und Frau, sich selbst und Andere. Es geht um bewusste und unbewusste Beziehungsphantasien, einschließlich tiefverborgener Ängste in Hinblick auf Beziehungen und Partnerschaft; gefangen zwischen Wunsch und Realität, Freiheit und Gebundenheit, Beziehungslust und Beziehungsfrust, Einsamkeit und Angst vor Abhängigkeit kann bereits das Wort Beziehung Menschen in die Verzweiflung treiben:

    „Du bist dir nur des einen Triebs bewußt,
    O lerne nie den andern kennen!
    Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
    Die eine will sich von der andern trennen;
    Die eine hält, in derber Liebeslust,
    Sich an die Welt mit klammernden Organen;
    Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
    Zu den Gefilden hoher Ahnen.
    O gibt es Geister in der Luft,
    Die zwischen Erd und Himmel herrschend weben
    So steiget nieder aus dem goldnen Duft
    Und führt mich weg zu neuem, buntem Leben!“
    Johann Wolfgang von Goethe, Faust
Dieser Beziehungsworkshop richtet sich an alle Männer und Frauen, Singles und Menschen in Beziehungen, Paare und heimliche Geliebte, die in irgendeiner Weise miteinander in Interaktion und somit in Beziehung treten.
Ob Alleinstehend oder in einer Partnerschaft lebend, können wir auf der bewussten Ebene versuchen unser Handeln besser verstehen zu lernen. Wir können versuchen unsere Kommunikationspartner zu verstehen. Wir können immer wieder neue Strategien entwicklen, auf altbewährte zurückgreifen und bestehende ergänzen und dennoch spüren wir, dass etwas fehlt. Es besteht eine Lücke, ein missing link. Es ist nur schwer mit Worten zu beschreiben und erinnert an den Umriss eines Schattens, der zu Unmut, Verzweiflung, Resignation oder gar Scheitern führen kann.

  • Frau S. gerät immer wieder an den gleichen Typus Mann und kann nicht verstehen warum. Sie hatte ja schon ähnliche Typen, die sie immer wieder verletzt haben und müsste es eigentlich besser wissen.
  • Herr K. verliebt sich ständig in den gleichen Typus Frau, verliert aber sehr schnell wieder das Interesse an ihr. Doch diesmal scheint alles ganz anders zu sein. Nach wenigen Wochen kristallisieren sich allerdings erste Ähnlichkeiten mit allen früheren Frauen heraus, die sich im Verlauf immer weiter verdichten werden.
  • Frau Z. ist aufgeweckt und attraktiv. Sie liebt die Lust, doch sobald die Verliebtheit zur Liebe wird, verabschiedet sich die Lust.
  • Herr X geht häufig mittelfristige Beziehungen ein, aber ab einem bestimmten Moment beginnt er sich vor der Geliebten zu ekeln und muss die Beziehung nach langen Versuchen doch aufgeben, auch wenn er sich eigentlich eine Familie wünscht.

Die Ursache warum Menschen überhaupt miteinander in Beziehung treten sind vielfältig und oft schwer nachvollziehbar. Gemeinsam mit den Teilnehmern werfen wir die Frage auf, wie Personen, Ereignisse und Erfahrungen, die nun zu einem Teil der Persönlichkeit geworden sind das eigene Beziehungserleben beeinflussen. Wir gehen auf Spurensuche und prüfen die Schatten der Vergangenheit: Mutter und Vater, Geschwister, die erste Liebe, Freunde und Autoritäten.
Um unerklärliche Beziehungsphänomene aufzuklären müssen wir lernen, unsere frühesten Beziehungen nachzuvollziehen. Es handelt sich um Beziehungen, die wir selbstständig eingingen und auch um Beziehungen, die wir eingehen mussten ohne selber darüber mitentscheiden zu können. Diese frühen Beziehungen werden den Beziehungsworkshop-Teilnehmern Aufschluss darüber geben, warum sie in Beziehungen sind wie sie sind, warum sie nach etwas streben, das sie unglücklich macht und warum sie etwas sabotieren, das sie glücklich machen kann. Nur so kann verstanden werden , warum sie immer wieder in gleiche oder ähnliche Situationen geraten und ständig zu wiederholen trachten was sie zwar schon gut kennen sich jedoch keinesfalls immer wünschen.
Im Gegensatz zu Kant, der den freien Willen als gegebene Tatsache propagierte, setzen wir die rosarote Brille ab und prüfen warum der freie Wille, doch nicht so frei zu sein scheint.
Ein besseres Verstehen der eigenen Geschichte verschafft den Beziehungsworkshop-Teilnehmern die Möglichkeit wählen zu können, ob sie bestimmte Beziehungsqualitäten oder Beziehungserfahrungen in Zukunft erleben wollen oder eben nicht.
Das heutige Beziehungsverhalten der Beziehungsworkshop-Teilnehmer, ihr Beziehungsangebot und ihre Beziehungserwartungen spiegeln ihre Geschichte wieder. Sie geben Ihnen Informationen darüber, mit welchen unbewussten Methoden die Beziehungsworkshop-Teilnehmer versucht haben sich vor Unangenehmem zu schützen, Situationen zu vermeiden und Angenehmes zu erreichen. Sie zeigen den Beziehungsworkshop-Teilnehmern, warum sie welches Verhalten aufweisen und warum sie sich scheinbar ständig im Kreis drehen.
Im Beziehungsworkshop zur Dualität von Beziehungen gehen wir gezielt diesen und anderen Fragen in Bezug auf Beziehungsverhalten, Beziehungsschemata, Beziehungserwartungen, Beziehungserleben etc. nach, um neue Sicht- und Handlungsweisen zu entwickeln, die es den Teilnehmern erleichtern das Rad der Wiederholung zu stoppen und sich auf neue freiwillige Pfade begeben zu können.